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Warum werden Hagelnetze benötigt?

Die Häufigkeit von Hagelereignissen hat in den letzten Jahren im Rheinland stark zugenommen. Fast jedes Jahr hagelt es in unserem Gebiet. Oft sind es nur kurze Hagelereignisse, aber sie reichen aus, um erheblichen Schaden an den Früchten zu verursachen. Hinzu kommen steigende Qualitätsansprüche an das Tafelobst. Der Verbraucher wünscht das gesamte Jahr über qualitativ hochwertige und einheitliche Äpfel. Früchte mit Hagelschaden sind als Tafelapfel jedoch nicht mehr absetzbar. Duch Hagelnetze können die Produktion und damit auch Lieferverpflichtungen ein Stück weit gesichert werden.

Bleiben die Netze das ganze Jahr über den Apfelbäumen?

Die Hagelnetze werden im Frühling, nach der Apfelblüte geschlossen und nach der Ernte wieder über den Bäumen zusammengerollt. Während der Winterruhe sind leichte Hagelereignisse für unsere Bäume nicht so schlimm. Erst wenn sie anfangen zu blühen, können erhebliche Schäden entstehen. Die Honigbiene orientiert sich an der Sonne. Um eine erfolgreiche Befruchtung der Äpfel durch die Bienen zu gewährleisten, werden die Hagelnetze erst nach der Blüte geschlossen. Nun beginnen die Früchte zu wachsen und ab jetzt sind sie sehr anfällig gegenüber Hagel, sodass das Netz bis nach der Ernte geschlossen bleibt. Das Öffnen bzw. Schließen des Netzes dauert pro Hektar ungefähr einen Tag, sodass dies nicht kurz vor einem anstehenden Hagelereignis vorgenommen werden kann.

Arten von Hagelnetzen und deren Gerüste

Vor dem Anlegen einer Neuanlage mit Hagelnetzen muss entschieden werden,ob als Gerüstsäulen Holz oder Beton verwendet werden soll. Ebenso gibt es verschiedene Gerüstformen. So unterscheidet man zwischen Gerüsten mit oder ohne Giebel. Wichtig ist die Verspannung des Gerüstes. Man unterscheidet zwischen der Längs- und der Querverspannung. Bei der Längsverspannung wird die einzelne Reihe am Reihenanfang und -ende abgespannt, bei der Querverspannung quer zur Reihe. Durch die Abspannung wird im Falle einer Belastung mit Hagel das gesamte Netz-Säulen-System gesichert. Ist das Gerüst soweit aufgebaut, kann das Hagelnetz errichtet werden. Das Netz besteht aus verwobenen Polyethylenfäden mit einer Stärke von 0,28 - 0,32 mm. Die Qualität und die Stärke des Fadens sind entscheidend für die Lebensdauer der kompletten Anlage. Der Faden kann in verschiedenen Farben produziert werden, wobei sich die Farben Schwarz und Kristall (wirkt weiß) in der Praxis durchgesetzt haben. Der Vorteil der schwarzen Hagelnetze liegt darin, dass durch die hohe UV-Stabilität eine lange Haltbarkeit gewährleistet ist (bis zu 20 Jahre). Nachteilig sind größere Lichtverluste unter dem Netz, wodurch weniger Deckfarbe bei den Früchten ausgebildet wird. Ebenso kann es zu einer schlechteren Blütenknopenbildung und somit einem stärkeren Ertragsrückgang kommen. Der Vorteil des Kristallnetzes ist, dass es einen geringeren Lichtverlust aufweist, was vor allem ein Vorteil bezüglich der Ausfärbung sein kann. Als Nachteil ist die deutlich kürzere Lebensdauer durch geringere UV-Stabilität der Fäden und der fehlende Schutz gegen Sonnenbrand an den Früchten zu nennen. In unserem Gebiet werden häufig die grauen Hagelnetze verwendet. Bei diesem Netz werden schwarze und weiße Fäden miteinannder verwebt, sodass sich die graue Farbe ergibt. Sie stellen eine Art Kompromiss zwischen Lichtverlust und Haltbarkeit dar.

Zusammenfassung

Hagelnetze erscheinen für Außenstehende nicht schön und störend. Sie beeinträchtigen das Landschaftsbild. Doch für uns Obstbauern sind sie existenziell. Durch die Hagelnetze haben wir die Möglichkeit, unsere Früchte vor Hagel zu schützen und ein Stück weit mehr qualitativ hochwertiges Obst für Sie zu produzieren.