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Informationsschilder der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft

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Folientunnel bestehen aus einem bogenförmigen Stützgerüst in Form von Metallbügeln oder Stahlrohren und einer speziellen Gewächshausfolie als Folienbespannung. Da diese Gerüste relativ schnell auf- und wieder abgebaut werden können, werden sie auch als Wandertunnel bezeichnet. Im Gartenbau werden Folientunnel vor allem im Erdbeer- und Strauchbeerenanbau eingesetzt. Die Tunnel sind so groß, dass sie zur Pflege und Ernte der Pflanzen betreten und manche sogar befahren werden können.
Der Anbau unter Folientunnel hat gegenüber dem Freilandanbau mehrere Vorteile. Unter einer Folie erwärmt sich die Luft bei Sonnenschein, so dass die Temperaturen im Tunnel – ähnlich wie in einem Gewächshaus – um einige Grade über den Außentemperaturen liegen. Die Blüte und der Reifeprozess der Früchte können daher schon früher als im Freiland erfolgen, wodurch auch die Ernte früher beginnt. So können die Verbraucher über einen längeren Zeitraum mit regionalen Produkten versorgt werden.
Ein weiterer Vorteil ist der Schutz vor extremen Witterungseinflüssen wie Starkregen und Hagel, die seit einigen Jahren immer häufiger vorkommen. Zu viel Nässe kann den Pflanzen schaden oder im Extremfall sogar zum Ernteausfall führen. Bei niederschlagsreichem Wetter werden vor allem Pilzkrankheiten – insbesondere Botrytis – gefördert, so dass der geschützte Anbau dazu beiträgt, Fäulniskrankheiten zu minimieren.
Folientunnel bieten einen guten Schutz vor der Ausbreitung von Krankheiten und vor Insekten, so dass der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln reduziert wird. In Folientunneln ist der Einsatz von Nützlingen besonders gut wirksam. So werden im geschützten Anbau Raubmilben, Schlupfwespen, räuberische Gallmücken und Florfliegenlarven gegen verschiedene Schadinsekten eingesetzt. Ein Folientunnel schützt gleichzeitig auch vor Vogelfraß. Hummeln und Bienen eignen sich gut als Bestäuber für Erdbeerpflanzen und sorgen für einen ausreichenden Fruchtansatz.

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Warum schützen wir unsere Pflanzen vor Schaderregern?
Wir möchten qualitativ hochwertiges Obst in unserer Region für Sie produzieren.
Gegen Krankheiten und Schädlinge, die unsere Ernte gefährden, ergreifen wir als erstes mechanische und natürliche Maßnahmen. Dies kann z. B. das Zerkleinern von Fallaub gegen den Schorfpilz oder der Einsatz von Nützlingen gegen Krankheiten und Schädlinge sein.
Auch der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln hilft uns, unsere Früchte vor Pilz- und Schädlingsbefall zu schützen. Dabei gilt der Grundsatz: So viel wie nötig, so wenig wie möglich!
Wie funktioniert das?
Auf der Basis von regelmäßigen Kontrollen im Feld und Wetterprognosen wägen wir vor Ort in Absprache mit unseren Beratern kritisch jeden Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ab.
Ob biologisch oder integriert produziert - wir verwenden ausschließlich in Deutschland zugelassene und geprüfte Pflanzenschutzmittel. Dies wird vom Pflanzenschutzdienst überwacht und durch Rückstandsanalysen im Labor zusätzlich kontrolliert.
Somit können Sie sicher sein: Unser Obst ist umweltschonend und nachhaltig in der Region produziert.

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Warum werden Hagelnetze benötigt?
Die Häufigkeit von Hagelereignissen hat in den letzten Jahren im Rheinland stark zugenommen. Fast jedes Jahr hagelt es in unserem Gebiet. Oft sind es nur kurze Hagelereignisse, aber sie reichen aus, um erheblichen Schaden an den Früchten zu verursachen. Hinzu kommen steigende Qualitätsansprüche an das Tafelobst. Der Verbraucher wünscht das gesamte Jahr über qualitativ hochwertige und einheitliche Äpfel. Früchte mit Hagelschaden sind als Tafelapfel jedoch nicht mehr absetzbar. Duch Hagelnetze können die Produktion und damit auch Lieferverpflichtungen ein Stück weit gesichert werden.
Bleiben die Netze das ganze Jahr über den Apfelbäumen?
Die Hagelnetze werden im Frühling, nach der Apfelblüte geschlossen und nach der Ernte wieder über den Bäumen zusammengerollt. Während der Winterruhe sind leichte Hagelereignisse für unsere Bäume nicht so schlimm. Erst wenn sie anfangen zu blühen, können erhebliche Schäden entstehen. Die Honigbiene orientiert sich an der Sonne. Um eine erfolgreiche Befruchtung der Äpfel durch die Bienen zu gewährleisten, werden die Hagelnetze erst nach der Blüte geschlossen. Nun beginnen die Früchte zu wachsen und ab jetzt sind sie sehr anfällig gegenüber Hagel, sodass das Netz bis nach der Ernte geschlossen bleibt. Das Öffnen bzw. Schließen des Netzes dauert pro Hektar ungefähr einen Tag, sodass dies nicht kurz vor einem anstehenden Hagelereignis vorgenommen werden kann.
Arten von Hagelnetzen und deren Gerüste
Vor dem Anlegen einer Neuanlage mit Hagelnetzen muss entschieden werden,ob als Gerüstsäulen Holz oder Beton verwendet werden soll. Ebenso gibt es verschiedene Gerüstformen. So unterscheidet man zwischen Gerüsten mit oder ohne Giebel. Wichtig ist die Verspannung des Gerüstes. Man unterscheidet zwischen der Längs- und der Querverspannung. Bei der Längsverspannung wird die einzelne Reihe am Reihenanfang und -ende abgespannt, bei der Querverspannung quer zur Reihe. Durch die Abspannung wird im Falle einer Belastung mit Hagel das gesamte Netz-Säulen-System gesichert. Ist das Gerüst soweit aufgebaut, kann das Hagelnetz errichtet werden. Das Netz besteht aus verwobenen Polyethylenfäden mit einer Stärke von 0,28 - 0,32 mm. Die Qualität und die Stärke des Fadens sind entscheidend für die Lebensdauer der kompletten Anlage. Der Faden kann in verschiedenen Farben produziert werden, wobei sich die Farben Schwarz und Kristall (wirkt weiß) in der Praxis durchgesetzt haben. Der Vorteil der schwarzen Hagelnetze liegt darin, dass durch die hohe UV-Stabilität eine lange Haltbarkeit gewährleistet ist (bis zu 20 Jahre). Nachteilig sind größere Lichtverluste unter dem Netz, wodurch weniger Deckfarbe bei den Früchten ausgebildet wird. Ebenso kann es zu einer schlechteren Blütenknopenbildung und somit einem stärkeren Ertragsrückgang kommen. Der Vorteil des Kristallnetzes ist, dass es einen geringeren Lichtverlust aufweist, was vor allem ein Vorteil bezüglich der Ausfärbung sein kann. Als Nachteil ist die deutlich kürzere Lebensdauer durch geringere UV-Stabilität der Fäden und der fehlende Schutz gegen Sonnenbrand an den Früchten zu nennen. In unserem Gebiet werden häufig die grauen Hagelnetze verwendet. Bei diesem Netz werden schwarze und weiße Fäden miteinannder verwebt, sodass sich die graue Farbe ergibt. Sie stellen eine Art Kompromiss zwischen Lichtverlust und Haltbarkeit dar.
Zusammenfassung
Hagelnetze erscheinen für Außenstehende nicht schön und störend. Sie beeinträchtigen das Landschaftsbild. Doch für uns Obstbauern sind sie existenziell. Durch die Hagelnetze haben wir die Möglichkeit, unsere Früchte vor Hagel zu schützen und ein Stück weit mehr qualitativ hochwertiges Obst für Sie zu produzieren.
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Windmaschinen schützen Apfelanlagen vor Blütenfrost
Der Raum Meckenheim gehört zu den großen Apfelanbaugebieten in Deutschland. Auf einer Fläche von ca. 1.600 ha wachsen hier Jahr für Jahr Äpfel heran - aber nur, wenn es keinen Blütenfrost oder Hagel gibt.
In jedem Frühjahr, wenn die Blüte naht, verfolgen die Obstbauern die Wettervorhersage mit besonderer Aufmerksamkeit. Denn etwa in einem von drei Jahren kommt es im Raum Meckenheim aufgrund von Frost während der Blüte zu mehr oder weniger starken Schädigungen. Diese können von wenigen erfrorenen Blüten über Fruchtdeformationen bis hin zum totalen Ernteausfall in einigen Lagen führen, was für die betroffenen Obstbaubetriebe einen erheblichen wirtschaftlichen Schaden zur Folge hat.
Um Blütenfrostschäden zu verhindern, arbeiten Obstbauern in einigen Gegenden mit der Frostschutzberegnung. Hierbei wird die gesamte Obstanlage ab Frostbeginn (währen der Nacht) permanent mit Wasser berieselt. Beim Auftreffen auf die Blüten gefriert das Wasser, dabei wird die sogenannte Erstarrungswärme freigesetzt. Diese schützt die Blüten vor dem Erfrieren. Die Beregnung darf aber erst abgeschaltet werden, wenn die Temperatur am Morgen wieder über null Grad gestiegen ist. Die Frostschutzberegnung funktioniert grundsätzich gut, sie hat aber einen entscheidenden Nachteil: Es wird sehr viel Wasser gebraucht. In einer 5 ha großen Obstanlage liegt der Bedarf in einer einzigen Frostnach (bei einer durchschnittlichen Einsatzdauer von 5 Stunden) bei etwa 1 Million Liter Wasser. So viel Wasser steht im Raum Meckenheim, wo es keine größeren Gewässer gibt, aber nicht zur Verfügung.
Eine in unserer Region noch neue Möglichkeit der Vermeidung von Ernteausfällen aufgrund von Blütenfrost stellt der Einstz von Windmaschinen dar. Nachdem die Wirksamkeit einer mobilen Windmaschine für unsere Region im Campus Klein-Altendorf 2014 wissenschaftlich nachgewiesen wurde, haben vier Obstbauern aus Meckenheim und Grafschaft-Gelsdorf im Jahr 2015 mobile Windmaschinen angeschafft und erstmalig eingesetzt. Die auf einem LKW-Anhänger montierten Windmaschinen angeschafft und erstmalig eingesetzt. Die Windmaschinen ähneln zwar den Windrädern zur Stromerzeugung, sind mit einer Höhe von etwa 10 m jedoch viel kleiner. Der Propeller wird auch nicht vom Wind angetrieben, sondern aktiv von einem Motor gedreht. Der Schutz der Apfelbäume vor Blütenfros wird erzielt, weil mit Hilfe des Propellers wärmere Luft aus der Höhe angesaugt, und mit der kälteren bodennahen Luftschicht, in der die Bäume stehen, verwirbelt wird.











