Boekels fordert Unterstützung der Politik ein

(17.08.2026) Wird der Anbau von Obst und Gemüse vor der Haustür der Verbraucher überhaupt noch gewünscht? Diese Frage stellt Georg Boekels, Präsident des Provinzialverbandes Rheinischer Obst- und Gemüsebauer (Bonn) in einem Brief an NRW-Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen. „In allen Bereichen des Obst- und Gemüsebaus decken die Erlöse die Kosten nicht. Dies ist bei Energie- und Lohnkosten wie auch den Bürokratiekosten im erheblichen Maß mit politischen Entscheidungen verbunden.“, stellt Boekels fest. Als Beispiele führt er die derzeit laufende Zwetschenernte an, wo die den Erzeugern angebotenen Preise nicht einmal die Pflückkosten deckten. Das Gemüseangebot gehe bedingt durch die heiße Witterung seit 14 Tagen zurück. Dennoch fordere der Handel Preise, die dem Marktgeschehen nicht entsprächen.

„Dies alles führt dazu, dass unsere Obst- und Gemüsebaubetriebe über fehlende Liquidität klagen“, so der Präsident. In Normaljahren werde beginnend mit den Erlösen ab dem Monat Juli die Liquidität gebildet, die erfahrungsgemäß bis in den Sommer des Folgejahres reiche. In diesem Jahr werde dies aufgrund der beschriebenen Situation nicht so sein, konstatiert Boekels.

Er bat die Ministerin, sich mit Nachdruck dafür einzusetzen, dass die angespannte Lage im Obst- und Gemüsebau im Rahmen der Agrarministerkonferenz vom 23. bis 25. September in Würzburg behandelt werde.

Im Einzelnen forderte er folgende konkrete Maßnahmen, um das Überleben der Betriebe zu sichern:

  • Schaffung einer Liquiditätshilfe mit deutlich reduzierten Zinssätzen
  • Einführung einer Ausnahmeregelung bezüglich des gesetzlichen Mindestlohnes mit einem Abschlag in Höhe von 20 %
  • Öffnung der Drittstaatenregelung auch für Erntetätigkeiten in der Landwirtschaft
  • Schaffung von Rechtssicherheit bei der kurzfristigen Beschäftigung
  • Dauerhafte finanzielle Förderung einer Mehrgefahrenversicherung
  • Weitergehende Entlastung bei den Energiekosten
  • Einführung der steuerlichen Risikoausgleichsrücklage
  • Dauerhafte Förderung von Beregnungsmöglichkeiten als Klimaanpassungsmaßnahme
  • Sofortiger wirksamer Abbau von überbordender Bürokratie

„Wir brauchen kurzfristige wie dauerhaft wirksame Lösungsansätze, die mit der deutlichen Botschaft gegenüber der Bundesebene eingefordert werden und schnellstmöglich auf den Weg zu bringen sind“, betonte Boekels.

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